Bericht vom Championnat Suisse des Bergers Français

Sonntag, der 31. Oktober 2010, Wahnsinn, ich bin so froh, dass die Sommerzeit gerade an diesem Wochenende auf den Wintermodus wechselt. Leider bin ich keine Frühaufsteherin, aber fürs Championnat, das versteht sich von selbst, bin ich mit Freude in aller Frühe wach. Im Hinterkopf spielt sich der Gedanke ab, dass ich ja dann im „Sani-Revier“ weiterschlafen könnte. Ich bin das erste mal als Figurant im „Sani-Revier“, und bin gespannt, wie dies abläuft. Das Merkblatt habe ich mehrmals gut durchgelesen, will ich meine Arbeit doch gut machen.

Nach dem Eintreffen in Niederbipp fahren wir Helfer ins Revier. Willi Greiner und sein Team hat am Samstag schon alles bestens vorbereitet und teilt die bevorstehende Arbeit auf. Das Revier muss noch mit Bändern begrenzt werden. Beatrice und ich geben uns besonders viel Mühe, und Willi hat bald Bedenken, das Band könnte uns vor dem Ende ausgehen. Bald schon haben wir das „Znüni“ verdient. Wir warten auf Richter Heinz Leuenberger und die fünf Teams, die ins Revier gehen werden.

Ich bin gespannt wie eine Feder, mag schon fast nicht mehr warten, bis es losgehen kann. Mit Mätteli und warmer Kleidung geht’s dann endlich an die Arbeit. Heinz erklärt uns Figuranten, wo wir uns am besten Hinlegen und schickt uns bei jedem Durchgang aufs neue an die Plätze. Da liege ich nun mitten im Wald im Moos und warte, bin vielleicht fast aufgeregter als die HundeführerInnen mit ihren Hunden. Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich wirklich Hilfe brauchen würde und nicht mehr gehen könnte, wenn ich wirklich gesucht werden müsste. Gespannt warte ich und lausche, ob sich etwas regt, dabei höre ich den Geräuschen des Waldes zu und bin erstaunt wie laut man die Blätter fallen hört. Die Kommandos der HundeführerInnen kommen näher, ich halte mich ganz still. Plötzlich steht ein Beauceron vor mir, schaut mich an, schnappt sich sein Bringsel und verschwindet so plötzlich, wie er gekommen ist. Ich habe Herzklopfen, zeigt er seinem Menschen wirklich, wo ich liege? Es vergeht kaum Zeit, da „schletzt“ er sich neben mich auf den Boden. Oh, wie öffnet sich mir das Herz, dieses Glücksgefühl ist unbeschreiblich und unvergesslich! Ich könnte weinen vor Freude und muss mich beherrschen, den Hund nicht zu Knuddeln. Alle fünf Hunde finden den Rucksack, meine Kolleginnen und mich im Wald. Jedes Mal habe ich feuchte Augen und fast ein wenig weiche Knie, ich bin so glücklich und verliere das Zeitgefühl!

Diese intensive und schöne Arbeit mit den Hunden verdient meinen vollen Respekt!

Die anderen Sparten dieser Prüfung verpasse ich, doch das macht mir überhaupt nicht aus. Die Intensität dieses Morgens im Wald, das Gefühl des Gefundenwerdens geht nicht so schnell vergessen.

Mit einer eigentlich kleinen Aufgabe durfte ich zum guten Gelingen des Championnats beitragen. Mit Stolz und erfülltem Herzen ging ich Abends nach Hause.

Herzlichen Dank an die OrganisatorInnen und HelferInnen, die diesen tollen Anlass der „Franzosen“ überhaupt möglich machen!

Ich freue mich aufs nächste Championnat im 2011, sei es als Helferin oder Teilnehmerin...

Silvia Stähli